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Ballast abwerfen

Was glauben Sie, wie viele Dinge der Deutsche durchschnittlich sein Eigen nennt? Ein paar Hundert, Tausend vielleicht, oder doch mehr? Es sind 10.000! Sie stapeln sich in Schränken, Schubladen, Regalen und was nicht innerhalb des Wohnraumes unterkommt, türmt sich im Keller, auf dem Speicher oder in eigens dafür angemieteten Lagerabteilen - dieser Erscheinung, die wir aus den USA importiert haben (wo sich pro Kopf durchschnittlich 30.000 Dinge ansammeln).

Dass all diese Dinge nicht unbedingt benötigt werden (angeblich trägt man z.B. in 80 Prozent der Zeit nur 20 Prozent seiner Kleidung), dessen scheinen wir uns im Allgemeinen bewusst zu sein, doch das Ausmisten fällt uns schwer. Anders lassen sich die Fülle an Ratgeberartikeln in Magazinen, die Bücher zum Thema und das Angebot an Kursen und Seminaren, die einem Methoden vermitteln, wie man seiner vielen Habseligkeiten Herr wird, nicht erklären. Wer ganz praxisnahe Hilfe benötigt, kann sich sogar einen Aufräum-Coach ins Haus bestellen – für einen Stundensatz von 55 bis 85 Euro.

Nostalgie, Wehmut und das bloße Besitzen als Hürde

Wo liegen also die Hürden? Ursprünglich war der Mensch natürlich bestrebt, für Notlagen vorzusorgen. So denken wir auch heute noch, “Das kann man bestimmt irgendwann nochmal brauchen.“, wenn wir im Keller das alte Grillbesteck in den Händen hin und her wenden, oder das nie benutzte Waffeleisen (obgleich da häufig tief in uns eine Stimme ruft: „Selbstbetrug!“). Ein anderer Hemmschuh sind Erinnerungen, die wir mit bestimmten Dingen verknüpfen. Nostalgische Gefühle, die uns beim Anblick des alten Küchentischs aus der WG-Zeit durschströmen, oder Erinnerungen an Oma wie sie auf der Veranda sitzt und das nächste Paar Socken für kommendes Weihnachten strickt. Gewisse „Schätze“ aufzubewahren ist auch sicher nicht verkehrt, aber ob wir 20 und mehr Dinge (z.B. 10 Paar gestrickte Socken allein) pro Mensch und Zeit, der bzw. die Spuren in uns hinterlassen hat, benötigen?

Manchmal ruft die Auseinandersetzung mit dem physischen Inventar aus der Vergangenheit aber auch schmerzliche Erinnerungen hervor. Etwa wenn uns der Stapel Lehrmaterial an das abgebrochene Fernstudium erinnert oder das Fotoalbum vom Camping-Urlaub in Frankreich an eine zerbrochene Jugendfreundschaft. Solch Konfrontation mit der Vergangenheit gehen wir lieber aus dem Weg.

Interessanterweise gibt es noch einen anderen Grund, weshalb wir schlecht von unserem Plunder lassen können, der nichts mit Beziehungen, schmerzhaften Erinnerungen oder anderen konkreten emotionalen Aspekten zu tun hat. Die schlichte Tatsache, dass ein beliebiges Ding zu unserem Besitz gehört, führt dazu, dass wir ihm einen gesteigerten Wert beimessen. Dieser Endowment- (dt. Besitztums-) Effekt wurde durch die Verhaltensökonomie entdeckt und bereits in zahlreichen Studien belegt. In einem Experiment anfang der 1990er Jahre gab der (später für seine Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Verhaltensökonomie mit dem Nobelpreis ausgezeichnete) Psychologe Daniel Kahnemann der einen Hälfte seiner Probanden je einen Kaffeebecher und deklarierte ihn als deren Besitz. Anschließend sollten die Kaffeebecherbesitzer den Preis zu dem sie gerade noch bereit wären, den Becher zu verkaufen, notieren und die anderen Probanden denjenigen Preis, zu dem sie gerade noch bereit wären, den Kaffebecher zu kaufen. Erstaunlicherweise taxierten die Kaffeebecherbesitzer den Wert des Bechers signifikant höher als die restlichen Probanden.

Mehr Energie für Neues

Die Gründe für unsere Schwierigkeiten, uns von Besitz zu trennen, sind also vielfältig und sitzen tief. Dabei lohnt es sich, Platz zu schaffen, schließlich wirken der ungenutzte Krempel, die Unordnung und die unerledigten Aufgaben auf unseren Gemütszustand. Dagegen können sowohl der Prozess des Entrümpelns als auch das resultierende Ergebnis unser Wohlbefinden steigern. Die Konfrontation mit unserem alten Kram birgt das Potential, unerledigte Aufgaben abzuschließen und verdrängte Erinnerungen zu verarbeiten. Gut erhaltene Sachen können verschenkt oder gespendet werden und somit an anderer Stelle einen Nutzen stiften. Schließlich empfinden wir es im Allgemeinen als reinigend, eine neue Ordnung herzustellen.

Das Endergebnis von mehr Struktur, Übersicht und Platz lässt uns aufatmen und innere Ruhe finden – kostbare Energie, die wir für neue Vorhaben einsetzen können. Die ist uns wahrscheinlich mehr Wert, als ein paar tausend unserer 10.000 Dinge...

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